Polizei: Mehr Problemfans beim Goslarer SC 08

Bei Fußball-Regionalligist Goslarer SC 08 geht es friedlich zu. Um so überraschender kommt die Nachricht, dass rund 15 Anhänger als Problemfans in der bundesweiten Datei „Gewalttäter Sport“ auftauchen.

Zufall oder nicht: Vor dem brisanten Bundesliga-Duell zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig hat der NDR Zahlen über die Fußball-Fanszene in Niedersachsen veröffentlicht. Auch der GSC 08 kommt darin vor.

Sieben seiner Fans wurden als gewaltbereit/-geneigt (Kategorie B) und maximal acht als gewaltsuchend (die höchste Kategorie C) an die Zentrale Informationsstelle in Duisburg gemeldet. Dort wird die deutschlandweite Datei „Gewalttäter Sport“ geführt. Die Zahlen beziehen sich auf die Saison 2012/13 und liegen damit laut Sascha Göritz, Sprecher der Goslarer Polizei, „deutlich“ über denen der Serie 2011/12.

Für Panikmache oder eine Gewaltdebatte aber sieht Göritz keinen Anlass. Im Gegenteil: „Die zentrale Botschaft ist: In Goslar gibt es eine friedliebende Fankultur, sowohl bei Heim- als auch bei Auswärtsspielen.“ Konkrete Vorfälle habe es bisher nicht gegeben.

Wie kommt es dann zur Einschätzung, dass in Goslar gewaltsuchende Fans zu finden sind? Göritz spricht von „Momenten der Wahrnehmung im Lauf einer Saison“, die zur Kategorisierung geführt hätten. Dass die Sicherheitsorgane eine potenzielle Gefahrenquelle sehen würden, wollte der Polizeisprecher so nicht stehen lassen.

Ins Visier geraten sein dürfte vor allem eine Ultra-Gruppierung, die sich in der vergangenen Saison gebildet hatte. „Wir haben die Sache im Griff“, sagt Dieter Ebeling, Sicherheitsbeauftragter des Vereins. „Die Jungs kriegen vor jedem Spiel eine Ansprache, das reicht.“ Bei den bisherigen sechs Heimspielen in dieser Saison blieb nach GZ-Beobachtungen alles friedlich. Der harte Kern der Fans machte nur durch unermüdliches Anfeuern auf sich aufmerksam.

Die Zentrale Informationsstelle stützt sich auf Meldungen der Kontaktbeamten vor Ort, in Goslar sind es deren drei. Für den GSC ist mit dem Aufstieg in die 4. Liga die Untersuchung obligatorisch geworden. Neben den acht Regionalligisten gehören auch die Oberligisten 1. SC Göttingen 05, TuS Celle FC und VfL Osnabrück II zu den Vereinen, die in Niedersachsen beobachtet werden.

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